Schipper, Ignacy

Name, Vorname
Die Schreibweise der Vornamen wurde nach „Spis imion żydowskich“ [„Liste der jüdischen Vornamen“] (Warszawa 1928) vereinheitlicht. Nur so konnten Doppelungen der Personen auf der Liste vermieden werden. Von dieser Regel wurden historische Persönlichkeiten ausgenommen, deren Namen allgemein in einer anderen als der von „Spis“ vorgeschlagenen Form bekannt sind.
Schipper, Ignacy
Geburtsjahr 1884
Ort
Es handelt sich um das Land, mit dem der/die Passbewerber:in verbunden war. Dies ist meistens das Land, dessen Staatsbürger:in die Person war. In vielen Fällen konnten wir jedoch diese Angabe nicht bestätigen. Die Staatsbürgerschaft wurde den Personen auf der Liste entsprechend dem Tag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs in ihren Herkunfts- oder Wohnsitzländern zugeschrieben (im Fall von Österreich und der Tschechoslowakei war es der 11. März bzw. der 28. September 1938; im Fall von Deutschland geht es um das Datum vor der Machtübernahme durch die NSDAP). Nicht berücksichtigt wurden Fälle, in denen die Staatsbürgerschaft durch europäische Länder 1918-1939 entzogen wurde. Bei Staatenlosen wird die letzte bekannte Staatsangehörigkeit angegeben.
Warschau
Land
Es handelt sich um das Land, mit dem der/die Passbewerber:in verbunden war. Dies ist meistens das Land, dessen Staatsbürger:in die Person war. In vielen Fällen konnten wir jedoch diese Angabe nicht bestätigen. Die Staatsbürgerschaft wurde den Personen auf der Liste entsprechend dem Tag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs in ihren Herkunfts- oder Wohnsitzländern zugeschrieben (im Fall von Österreich und der Tschechoslowakei war es der 11. März bzw. der 28. September 1938; im Fall von Deutschland geht es um das Datum vor der Machtübernahme durch die NSDAP). Nicht berücksichtigt wurden Fälle, in denen die Staatsbürgerschaft durch europäische Länder 1918-1939 entzogen wurde. Bei Staatenlosen wird die letzte bekannte Staatsangehörigkeit angegeben.
PL
Dokument Reisepass von Paraguay
Schicksal verstorben

Schiper, Ignacy vel Schipper, Izaak Ignacy (1884–1943) – Jurist, Historiker, Orientalist, politischer Aktivist, Parlamentsabgeordneter in der Zweiten Republik Polen

Er wurde am 9. November 1884 in Tarnów in den polnischen Gebieten unter österreichischer Herrschaft geboren.

Er machte seinen Gymnasialabschluss in Tarnów. Schon als junger Mann interessierte er sich für das gesellschaftliche Leben der Juden. Er studierte Jura in Krakau und Wien. Die juristische Karriere gab er jedoch wegen seines Interesses an historischer Forschung auf. Von seiner Jugend an war er in sozialistische und zionistische Aktivitäten eingebunden. Zwischen 1919 und 1927 war er Abgeordneter des polnischen Parlamentes und gehörte zur Führungsspitze der sozialdemokratischen Partei Poalei Zion. Ignacy Schiper war Mitarbeiter des Instituts für Judaistik in Warschau und zugleich Direktor des jüdischen Wohnheims im Stadtviertel Praga in Warschau. Er gehörte zur Führungsspitze der Zionistischen Weltorganisation.

Während des Zweiten Weltkriegs lebte er mit seiner Frau, seinen beiden Töchtern und seinem Schwiegersohn im Warschauer Ghetto in der Kupiecka-Straße 16. Der Deportation nach Treblinka entging er unter anderem, weil er zuerst bei der jüdischen Gemeinde als Archivmitarbeiter angestellt war und sich später im Bunker des Mietshauses, in dem er wohnte, versteckte. Nach dem misslungenen Ghettoaufstand wurde er mit seiner Familie ins KZ Majdanek deportiert, wo seine Frau und seine Töchter kurz darauf ermordet wurden. Er selbst starb am 10. Juni 1943 vor Erschöpfung.